Wenn nichts fehlt, wo Gott fehlt – Fachtagung zur religiösen Indifferenz

Veröffentlicht am: 22. Oktober 2026

Fulda - Wie kann Kirche Menschen erreichen, denen Religion gleichgültig ist und die Gott in ihrem Leben nicht vermissen? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Fachtagung der salesianischen Pfarr- und kategorialen Seelsorge, die am 19. und 20. Oktober 2026 im Bonifatiushaus in Fulda stattfand.

Unter dem Titel „Wenn nichts fehlt, wo Gott fehlt – Umgang mit religiöser Indifferenz“ setzten sich die Salesianer Don Boscos und pastorale Mitarbeitende des Bistum Fulda im Rahmen eines gemeinsamen Fachtags mit den Herausforderungen einer Gesellschaft auseinander, in der Religion zunehmend an Bedeutung verliert, ohne unbedingt auf Ablehnung zu stoßen. Impulse von P. Reinhard Gesing und Dr. Maximilian Gigl von der Eugen Biser Stiftung München eröffneten den Austausch über das Thema, welche Bedeutung die Gottesfrage heute hat und wie sie neu zur Sprache gebracht werden kann.

In thematischen Workshops wurden praxisnah die Konsequenzen für die pastorale Arbeit in den Mittelpunkt gestellt: Wie gelingt der Dialog mit religiös indifferenten Menschen? Wie können kirchliche Angebote neu gedacht und spirituelle Suchbewegungen wahrgenommen werden? Ein abschließendes Podiumsgespräch vertiefte die Frage nach dem Auftrag der Kirche in einer Gesellschaft, in der Religion häufig weder abgelehnt noch vermisst wird.

Am zweiten Tag richtete Simone Twents von der Fachstelle für Pastorale Innovation des Bistums Fulda den Blick auf die Vision einer leidenschaftlichen, vom Geist Gottes bewegten Kirche, die mutig auf Menschen zugeht. Eine Gesprächsrunde widmete sich anschließend der Herausforderung, wie die Gottesfrage heute wieder neu ins Gespräch gebracht werden kann. Spirituelle Angebote, darunter eine Abendführung in der Michaelskirche Fulda und eine Eucharistiefeier mit Laudes, gaben der Tagung zudem einen themenbezogenen geistlichen Rahmen.

Die Fachtagung bot Raum, vertraute pastorale Ansätze kritisch zu hinterfragen und neue Perspektiven für die seelsorgliche Praxis zu entwickeln. Im Zentrum stand dabei die Herausforderung, Menschen dort zu begegnen, wo sie stehen, ihre Fragen und Sehnsüchte ernst zu nehmen und neue Zugänge zu Glauben und Spiritualität zu eröffnen.

Text und Foto: Carmen Schneider, JPI