Prävention im Fokus: Schutzbeauftragte entwickeln und gestalten!
Aschau am Inn - Was fällt alles unter Schutz? Was umfasst meine Rolle als Schutzbeauftragte:r? Und was bedeuten die geltenden Richtlinien konkret für unsere Praxis? Diese Leitfragen standen im Mittelpunkt der Präventionsschulung für Schutzbeauftragte vom 27. bis 29.04.2026 in Aschau. Erstmals gestalteten Anna Fellner (Beauftragte für Prävention und sexuelle Bildung) und Alexander Bauer (Schutzbeauftragter und Sozialpädagoge aus Don Bosco Regensburg) gemeinsam die Schulung als Referent:innen.
Zu Beginn wurde der Blick auf die Grundlagen der salesianischen Präventionsarbeit gerichtet. Sie versteht sich als ganzheitlicher Ansatz, der Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung stärkt, Beziehungen achtsam gestaltet und eine Kultur des Respekts, der Verantwortung und der Partizipation fördert. Der Schutzauftrag umfasst dabei ebenso Mitarbeitende und Salesianer. Dadurch entsteht ein umfassendes Schutzverständnis, das von allen Beteiligten gemeinsam getragen und es aktiv mitzugestalten gilt. In der Schulung wurde darüber hinaus die sexuelle Bildung als zentraler Bestandteil einer zeitgemäßen Präventionsarbeit konsequent aufgegriffen und fachlich mitgedacht.
Zu all diesen Themen brachten sowohl neu beauftragte als auch bereits mehrjährig tätige Schutzbeauftragte ihre jeweiligen Perspektiven und Erfahrungen ein. Diese Vielfalt erwies sich als zentrale Grundlage, um den fachlichen Austausch zu vertiefen und die kollegiale Beratung wirksam zu gestalten. Durch das Ausprobieren von Methoden und Spielen wurde zudem reflektiert, welche Formate sich besonders für eine lebendige und alltagsnahe Präventionsarbeit eignen. Dabei stand im Vordergrund, Prävention nicht nur theoretisch zu diskutieren, sondern sie konkret erfahrbar zu machen und in die pädagogische Praxis zu übertragen. Auch der Rundgang durch das Berufsbildungswerk aus präventiver Perspektive setzte hier wichtige Impulse. Räume, Strukturen und Abläufe wurden gemeinsam in den Blick genommen: Wo entstehen Schutzräume? Wo können potenzielle Risikofaktoren liegen? Die Schutzbeauftragten aus Aschau haben dabei alle Teilnehmenden sehr gut mitgenommen und den Rundgang fachlich wie auch praxisnah begleitet.
Insgesamt lag der Fokus der Tage auf der Weiterentwicklung des Netzwerks der Schutzbeauftragten sowie auf der gezielten Nutzung von Synergien. Es entstand eine lebendige und zukunftsorientierte Schulung, die die Präventionsarbeit sowohl einrichtungsintern als auch provinzweit weiterentwickelt, gemeinsame Standards stärkt und nachhaltig im Alltag verankert.
Text und Foto: Anna Fellner, JPI
