Pilgerfahrt nach Rom: der Kernbotschaft Don Boscos nachspüren

Veröffentlicht am: 20. April 2026

Elf Mitarbeitende – vom Helenenberg, aus Jünkerath, Sannerz, Burgstädt, Benediktbeuern und München – trafen sich am Montag, 9. März mit Melvin Mendritzki und Anna Fellner vom Jugendpastoralinstitut am Hauptbahnhof Termini in Rom. Gemeinsam ging es auf eine besondere Mission: die Spuren Don Boscos in der Ewigen Stadt entdecken. 
Bereits am Bahnhof Termini konnten wir von einem der Ausgänge die erste Spur entdecken: Auf der anderen Straßenseite befindet sich nämlich das Generalat der Salesianer Don Boscos, der Sitz der weltweiten Ordensverwaltung. Vom Bahnhof ging es gemeinsam zum Istituto Salesiano Pio XI In dieser salesianischen Einrichtung waren wir die nächsten Tage untergebracht.
Auf dem Campus des Istituto Pio XI sind rund um den großzügigen Sportplatz noch eine Schule, zwei Ausbildungswerkstätten und ein Oratorium angesiedelt. Das bot uns die Möglichkeit, den Alltag einer salesianischen Einrichtung in Italien  zu erleben. So wurden viele von uns am Morgen des zweiten Tages vom Klackern des Kickers aus dem Innenhof und dem Lachen der Schulkinder geweckt.
Nach einem Impuls von Anna auf dem Sportplatz und Frühstück im Kiosk mit Cappuccino und Cornetto ging es wieder Richtung Termini zum Generalat der Salesianer. Auf diesem Gelände baute Don Bosco im Auftrag des Papstes die Kirche Sacro Cuore und ein Oratorium. Hier schrieb er 1884 den sogenannten „Rombrief“ an seine Turiner Mitbrüder, der die Kernbotschaft seiner Pädagogik enthält. Sein Arbeitszimmer ist heute eine mit Zitaten des Briefs geschmückte Kapelle. In dieser inspirierenden Umgebung ließ sich die Gruppe auf einen tief berührenden Austausch über den Rombrief und seine Bedeutung für uns heute ein. 
Der Generalobere Don Fabio Attard und P. Roman Jachimowicz, Regionalrat für Zentral- und Nordeuropa, nahmen sich Zeit für eine Begrüßung, bevor wir uns im wiedereröffneten Museum in die virtuelle Welt Don Boscos hineinziehen ließen.  
Am Nachmittag besuchte die Gruppe gemeinsam das Grab von Papst Franziskus und erkundete auf eigene Faust die Stadt. 
Der Mittwoch begann mit einem Impuls auf dem Sportplatz, einem zentralen Ort salesianischer Einrichtungen. Und darum ging es auch im Laufe des Vormittags: Was macht eine salesianische Einrichtung aus? In Kleingruppen verglichen wir den italienischen Campus mit unseren Don Bosco-Einrichtungen und erkannten dabei Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Nachmittags schlossen sich viele Melvin und Anna an, die einen Spaziergang vom Aventin, einem der sieben Hügel Roms, über das Forum Romanum anboten. 
Der letzte Tag der Pilgerreise begann mit strömendem Regen. Bereits nach der Busfahrt zu den Katakomben des hl. Kallistus und nach der Durchquerung diverser Sturzbäche waren die meisten Schuhe durchnässt. Kurz kamen Zweifel auf, ob der geplante Besuch des Vatikans am Nachmittag machbar sei, doch schnell waren sich alle einig: Diese einmalige Gelegenheit können wir uns nicht entgehen lassen! Und so wurden wir zunächst durch die eindrucksvollen unterirdischen Katakomben geführt, die Hauptfriedhof für die ersten Christen im zweiten Jahrhundert waren. 
Einige Stunden später war es schließlich so weit: Wir gingen durch ein Tor in ein Gebäude neben dem Petersplatz und waren im Vatikan! Durch das marmorne Treppenhaus ging es zum Dikasterium für Gesetzestexte. Dort erwartete uns P. Markus Graulich SDB, Professor für Kirchenrecht. Er nahm sich Zeit für einen kurzen Austausch, bevor wir vom Balkon des Büros aus den Petersplatz aus einmaliger Perspektive fotografieren durften. Nach dem gemeinsamen Gottesdienst auf dem Campo Santo Teutonico, dem deutschen Pilgerfriedhof, gingen wir an Touristenschlangen vorbei in den Petersdom, wo wir erstaunt feststellten, dass direkt über dem hl. Petrus die Statue Don Boscos steht.
Nachdem sich alle in der Unterkunft aufgewärmt hatten, genossen wir den letzten Abend in Rom bei einem gemeinsamen Essen. Am nächsten Morgen reflektierten wir die letzten Tage und stellten fest, dass wir zu einer richtigen Gemeinschaft zusammengewachsen sind. Der Abschied fiel den meisten schwer, doch es bleiben die vielen gemeinsamen Erinnerungen.  

Ein großer Dank gilt Melvin Mendritzki  SDB und Anna Fellner, die die Pilgerreise mit viel Engagement vorbereitet und begleitet haben. Melvin führte uns souverän durch die Straßen von Rom. Annas (musikalische) Impulse haben die Reise zu einer echten Pilgerfahrt werden lassen.  
Wir haben als Pilger in Rom nicht nur die Stadt und Don Bosco kennengelernt, sondern auch Menschen, die das Werk von Don Bosco durch ihre Arbeit auf vielfältige Weise weiterführen: sei es als Salesianer, Bildungsreferent:in, Pädagog:innen, Erzieher:innen, Verwaltungsfachkraft, Buchhalter:in oder in der Öffentlichkeitsarbeit. Was uns verbindet? Wir sind alle Menschen im Geiste Don Boscos.

Text: Marion Neuwirth