Leben teilen: Gesprächsrunde am Katholikentag 2022

Veröffentlicht am: 27. Mai 2022

Leben teilen – Glauben erleben – Grenzen überschreiten

LEBEN TEILEN war das übergeordnete Motto des diesjährigen Katholikentags in Stuttgart. An diesem Leitspruch orientierte sich auch die vom Jugendpastoralinstitut geleitete Gesprächs- und Diskussionsrunde mit dem Titel „LEBEN TEILEN – GLAUBEN ERLEBEN – GRENZEN ÜBERSCHREITEN – Interaktiver Erzählraum und Gespräche“, bei der das Thema der Glaubensverkündigung im Mittelpunkt stand.

P. Lunkenbein überschritt Grenzen

Im Zirkuszelt der Salesianer Don Boscos waren etwa 50 Personen zur 70-minütigen Gesprächsrunde mit dem Pastoraltheologen Prof. Dr. Ottmar Fuchs und der Pastoraltheologin Prof. Dr. Katharina Karl zu Gast, die Einblicke in das Leben und Wirken von P. Rudolf Lunkenbein SDB und Sr. Sara Jaramillo FMA gaben. Ottmar Fuchs begann mit Geschichten aus dem Leben von P. Lunkenbein und seiner missionarischen Tätigkeit bei den Bororo-Indigenen in Brasilien, einem Volk, das aufgrund der Armut und politischen Lage ihr eigenes Aussterben beschlossen hatte. Im Fokus stand für Ottmar Fuchs die Glaubensverkündigung durch P. Lunkenbein und sein Einsatz das Leben mit den Menschen zu teilen, indem er beim Volk mit lebte und als einer von ihnen anerkannt wurde. Sein Wirken war geprägt von kulturellen, strukturellen und persönlichen Grenzüberschreitungen, die auch ein wesentliches Element seiner Glaubensverkündigung waren.

Sr. Sara macht Glauben erfahrbar

Im zweiten Teil nahm Katharina Karl die Teilnehmenden mit nach Kolumbien, genau genommen in die Unterstadt von Medellin, wo Sr. Sara junge Menschen begleitet, deren Lebensalltag von Obdachlosigkeit, Kriminalität, Drogenmissbrauch sowie Prostitution beherrscht wird. Sr. Sara gibt den jungen Menschen auf der Straße eine Perspektive, indem sie durch das Projekt Patio 13 Studierende mobilisiert und die Bildung auf die Straße und somit in die Lebenswelt trägt. Kern ihres Handelns ist hierbei Teil der Lebenswelt der jungen Menschen zu werden sowie Glauben und Hoffnung erfahrbar zu machen, wodurch sie täglich Grenzen überschreitet und Zeugnis für die Glaubensverkündigung ablegt.

Auf die Kurzvorträge folgten jeweils Diskussionsrunden, bei denen sich die Besucher*innen rege beteiligten. Die interessanten Gespräche griffen unter anderem folgende Themen und Fragestellungen auf:

  • Theologische Einordnung des Wirkens beider Personen
  • Formen der Evangelisierung auch außerhalb des konfessionellen Verständnisses
  • Aktuelle Situationen und Rahmenbedingungen an den jeweiligen Orten
  • Ob Teilen immer auch ein „Geben und Nehmen“ bedeutet.

Wir freuen uns sehr über die große Resonanz der Veranstaltung sowie das lebendige gemeinsame Diskutieren.

Text und Foto: Meinrad Kibili

Eindrücke aus dem Don Bosco Zirkuszelt auf dem Katholikentag