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Danke, "Pater" Lechner! Salesianer Don Boscos verabschieden Prof. Dr. Martin Lechner in den Ruhestand

Veröffentlicht am: 01. Februar 2017

Benediktbeuern, 01.02.2017 – Für diese Verabschiedung hätte es wohl keinen besseren Tag geben können: Im Rahmen einer Feierstunde im Barocksaal des Klosters Benediktbeuern wurde am Gedenktag Don Boscos der Leiter des Jugendpastoralinstituts Don Bosco (JPI) in Benediktbeuern und langjährige Inhaber des einzigen Lehrstuhls für Jugendpastoral in Deutschland, Prof. Dr. Martin Lechner (65), in den Ruhestand verabschiedet. Insgesamt 37 Jahre, davon 18 Jahre als Leiter, hatte der Theologe „diese so bedeutsame Einrichtung der Deutschen Provinz nicht nur fachlich geprägt und kompetent geleitet, sondern auch beseelt und profiliert, vernetzt und positioniert, bekannt gemacht und weiterentwickelt“, wie P. Josef Grünner, Provinzial der Deutschen Provinz der Salesianer Don Boscos, in seiner Ansprache als Dank zum Ausdruck brachte. Die Zusammenarbeit mit Lechner, der nicht selten auch als „Pater Lechner“ angesprochen worden sei, sei dabei stets eine große Bereicherung gewesen und ein positives Beispiel für ein vertrauensvolles und mitverantwortliches Miteinander von Ordensleuten und Laien. „Du hast uns Mitbrüdern geholfen, den Wert und die Bedeutung der Laien immer mehr zu erkennen“, so Grünner.

Rund 200 Festgäste – Familie, Freunde, Kollegen, Weggefährten und Vertreter aus kirchlichem Leben, Orden, Hochschule, Jugendverbänden und Behindertenhilfe – wohnten der Feierstunde bei. Viele von ihnen dankten Lechner für seine engagierte und stets fundierte Arbeit und würdigten seine Leistungen für die Jugendpastoral in Deutschland – persönlich, am Rednerpult im Barocksaal, oder auch per kurzem Grußwort via E-Mail.

Von letzteren überbrachte stellvertretend Bianka Mohr, Leiterin der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz, eine ganze Reihe: Lechner sei ein Mann, „der uns vor der sozialpädagogischen Erblindung in der akademischen Jugendpastoral bewahrt hat“, schrieb Prof. Martin Sellmann, Leiter des Zentrums für angewandte Pastoral und Professor an der Ruhr Uni Bochum. Er sei ein „vorausschauender akademischer Lehrer mit Sensibilität für Trends und Perspektiven in der Entwicklung von Pädagogik, Pastoral und in Religion und Gesellschaft“ (Lothar Harles, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft katholisch-sozialer Bildungswerke), einer, der „ganze Generationen von Jugendpfarrern geprägt hat“ (Prof. Hans Hobelsberger, Rektor der katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen) und stehe für „eine Jugendpastoral, die jungen Menschen hilft, ihr je eigenes Leben zu suchen und zu finden“ (Dirk Bingener, BDKJ-Bundespräses).

Dass das „Soziale“ stets „seine Passion“ gewesen sei, bestätigte Prof. Dr. Isidor Baumgartner, Professor für Christliche Gesellschaftslehre und Caritaswissenschaften an der Universität Passau, ein langjähriger Weggefährte Lechners, in seiner Würdigung. Lechner habe es verstanden, die Felder der Theologie und der Sozialen Arbeit zu reflektieren, zusammenzudenken und weiterzugeben. Der Begriff und die wissenschaftliche Fundierung der „Theologie für Sozialberufe“ seien maßgeblich vom Wirken Martin Lechners geprägt.

„Schenke mir, Gott, ein fühlendes Herz!“, hatte dieser seinen Abschiedsvortrag überschrieben und dabei Gedanken zum Stellenwert der Liebe in der Sozialen Arbeit und Seelsorge verbunden. Ein Thema, das ihm in all den Jahren seines Wirkens sehr am Herzen gelegen habe, so Lechner, schließlich sei die Liebe – nicht wie sie Gegenstand von Romanen, Schlagertexten, Soaps und Ratgeberliteratur sei, sondern vielmehr ihr theoretisches Konstrukt – die „sakramentale Seele“ von Sozialer Arbeit und Pastoral.

Für die Don Bosco Schwestern und die Don Bosco Familie in Deutschland und Österreich überbrachte die Provinzleiterin der deutschsprachigen Provinz der Don Bosco Schwestern, Sr. Maria Maul, ihren Dank. „Du warst nicht nur jahrzehntelang ganz einmalig und unverwechselbar theologisch tätig, sondern hast vor allem in bewundernswerter Weise aus dem Geist Don Boscos heraus gelebt. Für mich verkörperst du den Salesianer in der Welt, wie ihn Don Bosco ursprünglich neben dem Salesianer als Ordensmann erträumt hat! Bestimmt hat daher Don Bosco selbst heute die größte Freude an dir – weil du dein Leben in Gedanken, Worten und Werken den jungen Menschen gewidmet hast“, richtete sie ihr Wort an Lechner. Einen humorvollen und lebendigen Einblick in das 37-jährige Wirken Lechners im JPI gaben zudem die beiden JPI-Referenten Angelika Gabriel und Claudius Hillebrand sowie P. Dr. Franz Schmid.

„Ganz schwindelig“ sei ihm geworden bei all den lobenden und anerkennenden Worten für seine Arbeit, gab Martin Lechner zum Ende der fast dreistündigen Feierstunde bewegt und sichtlich berührt zu, bevor er um Punkt 17:17 Uhr seinen letzten „dienstlichen Akt“ vollzog – er überreichte ein kleines Geschenk an zwei „gute Seelen“ des JPI: seine langjährige Sekretärin Christine Welland, die nach 20 Dienstjahren im Jugendpastoralinstitut ebenfalls in den Ruhestand geht, und für Elisabeth Thalhuber, die 30 Jahre für die Verwaltung der Publikation des Instituts zuständig war und in dieser Zeit so manch andere stille „Hintergrundaufgabe“ wahrgenommen habe. Auch sie verlässt das JPI, um in Zukunft ihren Ruhestand zu genießen.

RefÖA/kh

Dr. Martin Lechner, geb. 1951, leitet seit 1992 das Jugendpastoralinstitut Don Bosco im Kloster Benediktbeuern. Bis zur Schließung der dortigen Philosophisch-Theologischen Hochschule (PTH) im Jahr 2013 war er Inhaber des einzigen Lehrstuhls für Jugendpastoral in Deutschland. Nach seinem Abitur im Jahr 1971 in Eichstätt studierte Lechner bis 1975 Soziale Arbeit an der Katholischen Stiftungsfachhochschule München, Abteilung Benediktbeuern, und Philosophie an der PTH der Salesianer Don Boscos in Benediktbeuern. Von 1975 bis 1977 war er in der Diözese Eichstätt als Bildungsreferent der Katholischen Landjugendbewegung tätig, danach leistete er einen Zivildienst in einer Einrichtung für behinderte Menschen ab. 1979 nahm er ein Theologiestudium an der Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn auf, das er nach vier Semestern an der PTH Benediktbeuern fortsetzte und 1989 an der Theologischen Fakultät der Universität Trier bei Prof. Feilzer mit einer Promotionsarbeit zum Thema „Pastoraltheologie der Jugend“ abschloss. 1980 trat Lechner eine Stelle am Jugendpastoralinstitut der Salesianer Don Boscos in Benediktbeuern an und übernahm 1992 dessen Leitung. 1999 habilitierte er unter Prof. Dr. Ottmar Fuchs an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg mit der Arbeit „Theologie in der Sozialen Arbeit“ und wurde im Jahr darauf in Benediktbeuern zum Inhaber des neugeschaffenen Lehrstuhls für Jugendpastoral berufen. 2007 übernahm er zusätzlich zu diesem Lehrstuhl auch wieder die Leitung des Jugendpastoralinstituts, die er 2000 abgegeben hatte.

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